Kostenlose Hausautomatisierung

Unbegrenzte Automatisierungsmöglichkeiten mit dem open source Projekt FHEM

Nach einer längeren Pause auf tickerverbot.de soll dieser Artikel eine Serien künftiger Beiträge in einer neuen Kategorie einläuten. Für unser bevorstehendes Bauprojekt beschäftige ich mich nun schon seit Längerem mit dem Thema Hausautomatisierung. Da der Blog die Themen widerspiegelt die mich momentan beschäftigen, will ich euch in Zukunft also ein wenig über meine Erfahrungen berichten.

Wenn die Werbung über Hausautomatisierung berichtet trifft man schnell auf die ewig abgedroschenen Beispiele des Kühlschranks, der übers Internet Milchnachschub ordert oder die Waschmaschine, die eine eMail versendet, wenn sie fertig ist. Den Alltag erleichtern diese Szenarien bei genauer Betrachtung jedoch nicht wirklich. Für mich sind bei der Hausautomatisierung andere Szenarien wichtig. So möchte ich eine Heizungssteuerung, die Abhängig von An- oder Abwesenheit die Temperatur automatisch steuert, ohne dass jeder Raum mit einem hässlichen Thermostat bestückt werden muss. Auch möchte ich eine Wetterabhängige Rolladen und Beschattungssteuerung, die sich online die aktuellen Wetter- und Sonnenuntergangszeiten abhängig von meiner eingegebenen GPS-Position bezieht. Die Krönung ist ein Siri gesteuertes Haus mit dem Lichtszenen, Garagentor und Fernseher gesteuert werden können. Das so etwas wirklich zu realisieren ist zeigt folgendes Video:

Kommerzielle Hausbussysteme vs FHEM

Trägt man die oben genannten Wünsche progressionellen Systemanbietern und Elektrikern vor, dann empfehlen diese meist eine KNX Bus Installation. Diese populärste Variante wird mittlerweile auch von vielen Herrstellern von Elektrogeräten unterstützt und gilt definitiv als Platzhirsch kommerzieller Hausautomatisierungslösungen. Der Nachteil ist wie so oft das liebe Geld. Für eine KNX Installation in Vollausstattung gibt man gut und gerne mehr als 30.000€ aus.

Möchte man nicht so viel Geld ausgeben und besitzt nebenbei noch einen Nerd-Faktor mit der Bereitschaft ein paar Zeilen Code zu schreiben oder auch mal zu löten, dann sind die oben beschriebenen Szenarien mit extrem wenig Geld sehr leicht mit dem open source Projekt FHEM zu realisieren. FHEM bietet die Möglichkeit verschiedene Automatisierungslösungen wie z.B. die Funksysteme FS20 und Homematic einzubinden. Darüber hinaus kann auch das Sensorsystem 1-wire oder sogar kommerzielle KNX Komponenten eingebunden werden.

Welche Hardware wird für FHEM benötigt?

Als Herzstück der Hausautomatisierung sollte die Perl Implementierung FHEM auf einem Gerät installiert werden, welches dauerhaft eingeschaltet ist. Da in vielen Haushalten eine FritzBox als Router vorhanden ist, bietet sich eine Installation von FHEM auf dem Linux Router an. Fertige Images dafür werden sogar vom Hersteller AVM bereitgestellt.

Linux-PC mit eingebautem Funkmodul und vorinstalliertem FHEM. Das Tuxradio von busware.de

Da FHEM in unserem Haus wichtige Aufgaben wie die Heizungssteuerung übernehmen soll habe ich mich für ein Gerät entschieden, welches dediziert nur für die Hausautomatisierung im Einsatz ist. Die Firma Busware bietet unter dem Namen Tuxradio 2 einen Linux Rechner an, der mit vorinstalliertem FHEM und einem Funkmodul für FS20 oder Homematic ausgestattet ist, und dabei gerade die Ausmaße von 2 Streichholzschachteln besitzt. Das Tuxradio ist also unsere zukünftige Hausautomatisierungszentrale, die sich per Weboberfläche und iPhone bzw. Android App steuern lässt.

Wo gibt´s weitere Infos?

FHEM lebt vor allem von der großen open source Gemeinde, welche die Hausautomatisierung kontinuierlich weiterentwickelt und jede Menge Hilfe anbietet. Für den Einsteiger sind neben dem FHEM-Wiki, und dem FHEM-Forum vor allem die FHEM-Einsteigerdoku interessant.

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Veröffentlicht von

Bernd

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